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Die Ingenieurbranche schläft, und die Daten zeigen es
Hohes Potenzial, kaum Nutzung. Genau dort entsteht gerade ein Vorsprung, den man später nicht mehr einholt.
Anthropic hat im März 2026 eine Untersuchung zum Arbeitsmarkt veröffentlicht: «Labor market impacts of AI: A new measure and early evidence». Darin steht eine Abbildung, die für unsere Branche unangenehm ist.
Sie heisst «Theoretical capability and observed usage by occupational category» und zeigt zwei Flächen übereinander:
- Blau: wo KI die Aufgaben eines Berufs theoretisch abdecken könnte
- Rot: wo sie tatsächlich benutzt wird
Was bei Architektur und Ingenieurwesen steht
Blau reicht fast bis zum äusseren Rand. Rot bleibt nahe beim Mittelpunkt.
Das heisst: Die Arbeit in unserer Branche wäre zu einem grossen Teil von KI abgedeckt, aber benutzt wird sie kaum. Zwischen dem, was möglich wäre, und dem, was passiert, liegt eine der grössten Lücken der ganzen Abbildung.
Zum Vergleich nennt die Untersuchung zwei Bereiche mit Zahlen: In Computer und Mathematik sind es 94 Prozent theoretische Abdeckung, in Büro und Verwaltung 90 Prozent. Dort wächst die rote Fläche bereits sichtbar. Strukturen verändern sich, Teams werden anders zusammengestellt.
Bei uns: fast nichts.
Warum das eine Chance ist und kein Problem
Wenn eine ganze Branche gleichzeitig zögert, entsteht ein Zeitfenster. Es ist offen, solange der Vorsprung noch zu holen ist.
Konkret heisst das:
- Büros, die jetzt anfangen, liefern schneller, bei gleicher Teamgrösse
- Der Vorsprung entsteht jetzt, nicht wenn alle nachziehen
- Wer wartet, gibt ihn freiwillig ab
Und anfangen heisst nicht, ein Werkzeug zu kaufen. Es heisst: Abläufe klären, Daten an einen Ort bringen, die richtigen Aufgaben identifizieren. Das ist unspektakulär und genau deshalb macht es kaum jemand.
Was die Zahlen nicht sagen
Die Untersuchung misst, was KI theoretisch könnte. Sie sagt nicht, dass es sich in Ihrem Betrieb lohnt.
Ein Büro mit fünf Leuten und lauter Einzelstücken hat andere Voraussetzungen als eines mit fünfzig und wiederkehrenden Berichten. Die Abbildung zeigt ein Potenzial über eine ganze Berufsgruppe, nicht über Ihre Firma.
Die Frage ist also nicht, ob KI in der Ingenieurbranche etwas bringt. Das ist beantwortet. Die Frage ist, welche Arbeit bei Ihnen dafür taugt, und ob Sie die Voraussetzungen haben.
Quelle: Anthropic, «Labor market impacts of AI: A new measure and early evidence», 5. März 2026.
Altrin Muja, Inhaber der Altenery GmbH. Mehr über mich · Alle Beiträge